Alocasia Zebrina – Elefantenohr mit Rhizom

Rhizome der Alocasia: das unterirdische Geheimnis des Elefantenohrs

Wer eine Alocasia zum ersten Mal umtopft, erlebt oft eine kleine Überraschung. Da sitzt unter der Erde nicht nur ein normaler Wurzelballen, sondern ein dickes, knolliges Gebilde – das Rhizom. Und drumherum hängen manchmal kleine, runde Knöllchen. Genau diese Teile sind das Geheimnis, warum sich die Alocasia so dankbar vermehren lässt.

Ich bin Christian, Gärtner bei Wurzelwerk Design. Lass mich dir zeigen, was es mit den Rhizomen auf sich hat und wie du sie nutzt.

Was ist überhaupt ein Rhizom?

Das Rhizom ist ein verdickter, unterirdischer Spross, in dem die Alocasia Wasser und Nährstoffe speichert. Von dort treiben Blätter und Wurzeln aus. Bei vielen Alocasien bilden sich am Rhizom außerdem kleine Tochterknöllchen, sogenannte Bulbillen – das sind im Grunde Mini-Alocasien in Wartestellung. Wenn deine Pflanze plötzlich daneben einen neuen Trieb schiebt, ist das fast immer so ein Knöllchen, das ausgetrieben hat.

Für die Vermehrung ist das Gold wert. Du brauchst keine Stecklinge zu schneiden wie beim Gummibaum, du teilst einfach, was unter der Erde schon angelegt ist.

Ein wichtiger Hinweis vorweg

Bevor du loslegst: Die Alocasia ist in allen Teilen giftig, auch im Rhizom und in den Knöllchen stecken die reizenden Calciumoxalat-Kristalle. Ich arbeite deshalb mit Handschuhen und wasche mir danach gründlich die Hände. Halte Kinder und Haustiere fern. Wenn du eine Katze hast, lies dazu am besten meinen Kollegenbeitrag, warum die Alocasia für Katzen giftig ist.

Rhizome zur Vermehrung nutzen – so gehe ich vor

Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, am besten gleich beim Umtopfen. So gehe ich Schritt für Schritt vor:

  1. Pflanze austopfen: Nimm die Alocasia aus dem Topf und schüttle vorsichtig die Erde ab, bis du das Rhizom und die Wurzeln sehen kannst.
  2. Knöllchen und Teilstücke finden: Suche die kleinen Tochterknöllchen oder Stellen, an denen das Rhizom schon eigene Wurzeln und vielleicht einen Trieb gebildet hat.
  3. Sauber trennen: Trenne ein Knöllchen oder ein bewurzeltes Teilstück mit einem sauberen, scharfen Messer ab. Jedes Stück sollte möglichst eigene Wurzeln haben.
  4. Antrocknen lassen: Lass die Schnittstelle ein paar Stunden antrocknen, das beugt Fäulnis vor.
  5. Eintopfen: Setze das Teilstück in einen kleinen Topf mit lockerem, durchlässigem Substrat. Die Knöllchen kommen nur knapp unter die Erdoberfläche.

Danach stelle ich die jungen Pflanzen warm und hell, aber nicht in die pralle Sonne, und halte das Substrat nur leicht feucht. Ein durchsichtiger Beutel darüber schafft das feuchtwarme Klima, das die Alocasia liebt.

Nur Knöllchen ohne Wurzeln – geht das auch?

Ja. Reine Knöllchen ohne Wurzeln kannst du wie kleine Zwiebeln antreiben. Ich lege sie auf feuchtes Substrat oder in lauwarmes Wasser, halte sie warm – ideal sind 22 bis 25 Grad – und dann heißt es warten. Geduld ist hier alles, das kann ein paar Wochen dauern, bis sich das erste Würzelchen und ein Blattansatz zeigen. Manche treiben schnell, andere lassen sich Zeit, das ist völlig normal.

Die häufigsten Fehler

Der Klassiker ist zu viel Nässe. Die frisch getrennten Rhizome und Knöllchen faulen schnell, wenn sie dauernass stehen. Lieber leicht feucht halten. Der zweite Fehler ist Ungeduld – viele werfen ein Knöllchen weg, das einfach nur länger braucht. Und der dritte: zu kalt. Unter etwa 20 Grad passiert kaum etwas, die Alocasia ist eine Tropenpflanze und braucht Wärme zum Antreiben.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rhizom und Knöllchen bei der Alocasia?
Das Rhizom ist der dicke, speichernde Hauptspross unter der Erde. Die Knöllchen sind kleine Tochterableger, die daran entstehen und sich zu neuen Pflanzen entwickeln.

Wann teile ich die Rhizome am besten?
Im Frühjahr, idealerweise direkt beim Umtopfen in der Wachstumsphase. Dann wachsen die Teilstücke am zuverlässigsten an.

Wie lange dauert es, bis ein Knöllchen austreibt?
Bei Wärme um 22 bis 25 Grad meist einige Wochen. Manche brauchen länger – wirf sie nicht zu früh weg.

Sind die Rhizome giftig?
Ja, wie die ganze Pflanze enthalten sie Calciumoxalat. Mit Handschuhen arbeiten und von Kindern und Haustieren fernhalten.

Zum Schluss

Die Rhizome und Knöllchen sind das Beste an der Alocasia, wenn man sie vermehren will – sie schenkt dir die Ableger praktisch von selbst. Im Frühjahr austopfen, teilen, warm und nur leicht feucht halten, fertig. Und wenn du dein Elefantenohr-Sortiment erweitern willst, findest du etwa die Alocasia Zebrina bei uns im Shop.

Christian Fech, Gärtner bei Wurzelwerk Design

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