Kaum eine Pflanze holt das Urlaubsgefühl so in den Garten wie der Oleander. Mit seinen üppigen Blütendolden in Rosa, Rot oder Weiß blüht er den ganzen Sommer und erinnert sofort an den Mittelmeerraum. Er gilt als anspruchsvoll, dabei braucht der Oleander vor allem zwei Dinge im Übermaß: Sonne und Wasser.
Ich bin Christian, Gärtner bei Wurzelwerk Design. So bleibt dein Oleander gesund und blühfreudig.
Wichtiger Hinweis: Der Oleander (Nerium oleander) ist in allen Teilen stark giftig – für Menschen und Tiere. Trage beim Schneiden Handschuhe, wasche dir danach die Hände und halte Kinder und Haustiere fern. Verwende keine Pflanzenteile in der Nähe von Lebensmitteln.
Der richtige Standort
Der Oleander will den sonnigsten, wärmsten Platz, den du hast. Eine vollsonnige Terrasse oder ein geschützter Südbalkon ist ideal. Je mehr Sonne, desto reicher die Blüte. Im Halbschatten blüht er spärlich. Bei uns in Deutschland hält man ihn meist im Kübel, weil er nicht winterhart ist und geschützt überwintern muss.
Gießen: hier darfst du großzügig sein
Das ist der Punkt, an dem die meisten den Oleander falsch behandeln. Anders als fast alle anderen Kübelpflanzen verträgt und braucht er im Sommer richtig viel Wasser. In seiner Heimat steht er oft an Flussläufen. Ich stelle den Kübel in einen Untersetzer und lasse dort ruhig Wasser stehen – an heißen Tagen gieße ich morgens und abends. Kalkhaltiges Leitungswasser ist sogar in Ordnung, der Oleander liebt es kalkhaltig. Im Winter wird deutlich weniger gegossen.
Düngen für reiche Blüte
Ein gut wachsender Oleander ist hungrig. Von Mai bis August gebe ich ihm regelmäßig Dünger, damit er Kraft für die vielen Blüten hat. Passendes findest du bei unserer Pflanzennahrung.
Überwintern
Der Oleander verträgt leichte Minusgrade kurz, sollte aber frostfrei überwintern. Ideal ist ein heller, kühler Raum bei etwa 5 bis 10 Grad – ein helles Treppenhaus, ein Wintergarten oder eine frostfreie Garage mit Fenster. Dort gieße ich nur sparsam, damit der Ballen nicht austrocknet. Zu warm und zu dunkel mag er nicht, dann wird er anfällig für Läuse.
Schneiden
Ein Schnitt ist nicht zwingend nötig, hält den Oleander aber kompakt und buschig. Ich schneide bei Bedarf im Frühjahr, bevor er austreibt, oder direkt nach der Blüte. Wichtig: Die Blütenknospen für das nächste Jahr sitzen oft schon an den Trieben, also nicht zu radikal kürzen. Und immer mit Handschuhen wegen der Giftigkeit. Sauberes Werkzeug findest du in unserem Gartenwerkzeug.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich den Oleander gießen?
Im Sommer reichlich, oft täglich, gern auch mit Wasser im Untersetzer. Er ist eine der wenigen Kübelpflanzen, die nasse Füße mögen.
Ist der Oleander winterhart?
Nein, er muss frostfrei überwintern. Ideal sind 5 bis 10 Grad an einem hellen Platz.
Warum blüht mein Oleander nicht?
Meist zu wenig Sonne, zu wenig Wasser oder zu wenig Dünger. Auch ein zu radikaler Schnitt kann die angelegten Knospen entfernen.
Wie giftig ist der Oleander?
Stark giftig in allen Teilen, für Menschen und Tiere. Mit Handschuhen arbeiten und von Kindern und Haustieren fernhalten.
Zum Schluss
Der Oleander ist kein Drama, wenn man seine zwei Hauptbedürfnisse kennt: viel Sonne und viel Wasser im Sommer, frostfrei und kühl im Winter. Dann blüht er Jahr für Jahr wie an der Mittelmeerküste. Hol dir den Oleander Hochstamm oder, für blühenden Sichtschutz, die Oleanderhecke.
Christian Fech, Gärtner bei Wurzelwerk Design