Ein begrüntes Dach auf Garage, Gartenhaus oder Carport kannst du mit etwas handwerklichem Geschick selbst anlegen. Eine extensive Dachbegrünung ist dafür ideal: günstig, leicht und pflegearm. In dieser Anleitung gehen wir Schritt für Schritt durch – vom Material bis zur fertigen Vegetationsschicht.
Voraussetzungen prüfen: Geht das überhaupt?
Bevor du loslegst, klär zwei Dinge ab:
1. Statik: Eine extensive Dachbegrünung wiegt wassergesättigt etwa 60–150 kg/m². Kann dein Dach das tragen? Bei Gartenhaus oder Carport im Zweifel einen Statiker oder den Hersteller fragen.
2. Dachneigung: Optimal sind 2–15° Neigung. Bei Flachdächern ohne Gefälle brauchst du eine besonders gute Drainage; ab ca. 15° werden Schubsicherungen nötig.
Das brauchst du (Materialliste)
- Wurzelfeste Abdichtung oder Wurzelschutzbahn
- Schutz- und Speichervlies
- Drainageelemente (Noppenplatten) oder Blähton/Lava
- Filtervlies
- Extensiv-Dachsubstrat (ca. 6–12 cm)
- Bepflanzung: Sedumsprossen, Saatgut oder vorkultivierte Sedummatten
- Kiesfangleiste / Randprofil für die Ränder
- Kies für Rand- und Wartungszonen
Tipp: Am einfachsten ist ein Komplettpaket / Gründach-Set. Darin sind alle Schichten passend aufeinander abgestimmt – das spart Planung und Fehlkäufe.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Untergrund prüfen und abdichten
Stelle sicher, dass die Dachabdichtung intakt und wurzelfest ist. Ist sie es nicht (z. B. normale Dachpappe), verlege zuerst eine Wurzelschutzbahn mit ausreichender Überlappung an den Stößen.
Schritt 2: Schutzvlies auslegen
Das Speichervlies vollflächig auslegen. Es schützt die Abdichtung und speichert erstes Wasser.
Schritt 3: Drainageschicht verlegen
Die Drainageelemente lückenlos auslegen bzw. den Schüttstoff gleichmäßig verteilen. Achte darauf, dass die Dachabläufe frei und über einen Kontrollschacht zugänglich bleiben.
Schritt 4: Filtervlies auflegen
Das Filtervlies über die Drainage legen – es verhindert, dass Substrat in die Drainage gespült wird. Bahnen überlappen lassen.
Schritt 5: Randprofile setzen
Kiesfangleisten an den Dachrändern montieren. Sie halten Substrat und Pflanzen in Form und ermöglichen einen sauberen Kiesstreifen am Rand.
Schritt 6: Substrat aufbringen
Das Extensiv-Substrat gleichmäßig auf 6–12 cm verteilen und leicht andrücken. Nicht zu stark verdichten – die Wurzeln brauchen Luft.
Schritt 7: Bepflanzen
Jetzt kommt das Grün:
- Sedumsprossen gleichmäßig ausstreuen (ca. 50–80 g/m²) und leicht einarbeiten.
- Sedummatten wie einen Teppich ausrollen – sofort grünes Ergebnis.
- Saatgut aussäen – günstig, braucht aber Geduld.
Schritt 8: Angießen und anwachsen lassen
Nach dem Pflanzen gründlich wässern. In den ersten Wochen bei Trockenheit regelmäßig gießen, bis die Pflanzen angewachsen sind. Danach versorgt sich die Begrünung weitgehend selbst.
Was kostet es, selbst zu machen?
In Eigenleistung liegst du beim Material meist bei 15–40 € pro m² – je nachdem, ob du mit Schüttstoffen, Drainageplatten oder einem Komplettset arbeitest und ob du Saatgut oder fertige Matten wählst.
Pflege: erstaunlich wenig
Eine extensive Dachbegrünung braucht nur ein bis zwei Pflegegänge pro Jahr: unerwünschten Aufwuchs (z. B. Birken- oder Gräsersämlinge) entfernen, Dachabläufe kontrollieren und bei Bedarf einmal jährlich düngen. Das war's.
Fazit
Dachbegrünung selber machen ist gut machbar – vorausgesetzt, Statik und Abdichtung stimmen. Mit einem aufeinander abgestimmten Schichtaufbau (am einfachsten als Komplettset) und etwas Zeit verwandelst du Garage, Carport oder Gartenhaus in ein grünes, ökologisch wertvolles Dach.
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Über den Autor: Christian Fech ist Gartenexperte, Gründer und Geschäftsführer von Wurzelwerk Design – seit über 20 Jahren im Garten- und Landschaftsbau. Mehr über Christian →