Stützmauer im Garten: Bauweisen, Optik und Bepflanzung

Stützmauer im Garten: Bauweisen, Optik und Bepflanzung

Im Garten hat eine Stützmauer zwei Aufgaben: Sie muss halten, und sie muss dabei gut aussehen. Die erste Aufgabe ist eine Frage der Technik, die zweite eine der Gestaltung – und die lässt sich fast immer lösen, auch wenn das Material im Rohzustand nach Baustelle aussieht.

Die Gestaltungsfrage kommt zuletzt

Ein häufiger Fehler ist, zuerst nach der Optik zu wählen und dann festzustellen, dass die Bauweise die Höhe nicht trägt. Klären Sie deshalb in dieser Reihenfolge:

  1. Welche Höhe muss gehalten werden, und was steht dahinter?
  2. Welche Bauweise schafft das zuverlässig?
  3. Wie wird sie im Garten schön?

Welche Bauweise welche Höhe trägt, steht im Beitrag Hang sichern.

Gestufte Mauern statt einer hohen Wand

Der wirkungsvollste Kniff bei größeren Geländesprüngen: nicht eine 1,80 m hohe Wand bauen, sondern zwei Mauern von je 90 cm mit einem Beet dazwischen. Das nimmt der Anlage die Wucht, verteilt den Erddruck und schafft eine Pflanzfläche, die vorher nicht da war.

Auch innerhalb einer Mauer lässt sich stufen: Jede Reihe ein Stück zurückgesetzt ergibt schmale Absetzer, auf denen Polsterstauden oder hängende Pflanzen Platz finden. Bei Beton Legosteinen funktioniert das gut, weil jede Reihe frei positioniert werden kann – es ist ja nichts verklebt.

Vier Wege zu einer Mauer, die man gern ansieht

Begrünen

Kletterpflanzen vor der Wand oder hängende Stauden auf der Krone lösen die Fläche optisch auf. Bewährt haben sich Efeu, Wilder Wein, Bläuliche Polsterglockenblume, Blaukissen und Fetthenne. Auf der Krone brauchen die Pflanzen ein ausreichend tiefes Substrat – eine Reihe Steine mit Pflanzfuge einplanen.

Verblenden

Eine massive Wand lässt sich mit Naturstein-Riemchen, Holz oder Cortenstahl verkleiden. Das kostet extra, kombiniert aber die Tragfähigkeit der Schwergewichtsmauer mit der Optik des Wunschmaterials. Bei trocken gestapelten Blöcken hängt die Verblendung nicht an der Mauer selbst, sondern steht davor.

Sichtbeton als Gestaltungsmittel

Die raue, graue Fläche passt besser in moderne Gärten, als viele erwarten – besonders in Kombination mit Gräsern, Kies und wenigen kräftigen Solitärpflanzen. Die glatten Abschlusssteine ohne Noppen geben der Krone eine saubere Kante.

Vorsetzen

Ein schmales Beet vor der Mauer mit höheren Gräsern oder Sträuchern nimmt die Höhe optisch zurück, ohne dass an der Konstruktion etwas geändert wird. Der günstigste Weg von allen.

Was bei der Bepflanzung zu beachten ist

  • Keine tiefwurzelnden Gehölze direkt hinter die Mauer. Wurzeln von Bäumen können Druck aufbauen. Halten Sie Abstand oder bleiben Sie bei Stauden.
  • Die Drainage freihalten. Pflanzerde gehört nicht in die Hinterfüllung – sie schlämmt die Drainage zu. Zwischen Pflanzschicht und Drainageschotter gehört ein Trennvlies.
  • Trockenheit einplanen. Auf der Mauerkrone und in Fugen ist es heiß und trocken. Wählen Sie Pflanzen, die das aush alten – Sedum, Thymian, Federgras.

Der Geländesprung zum Nachbarn

Wo die Mauer an der Grenze steht, ist Gestaltung nur die halbe Miete. Wer Boden abgräbt, muss das Nachbargrundstück abstützen – so steht es in § 909 BGB. Und Abstandsregeln der jeweiligen Landesbauordnung gelten auch für Mauern. Ein Gespräch vorher erspart viel Ärger hinterher, gerade wenn das Ergebnis dauerhaft sichtbar ist.

Und wenn es schnell gehen soll?

Trocken gestapelte Betonblöcke sind in einem Tag gesetzt und sofort belastbar – keine Aushärtezeit, keine Wartezeit vor der Hinterfüllung. Wer im Herbst noch fertig werden will, bevor der Boden nass wird, hat damit einen realen Vorteil gegenüber gemauerten oder betonierten Lösungen.

Den Bedarf für Ihre Wand rechnet der Mengenrechner aus.

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