Fahrsilo bauen: Kosten, Genehmigung und Aufbau mit Betonblöcken

Fahrsilo bauen: Kosten, Genehmigung und Aufbau mit Betonblöcken

Ein Fahrsilo aus Fertigteilen ist eine große Investition, die auf Jahrzehnte angelegt ist. Mit trocken gestapelten Betonblöcken geht es anders: schneller, günstiger und vor allem veränderbar. Wer nicht weiß, ob der Betrieb in fünf Jahren dieselbe Silomenge braucht, hat damit einen echten Vorteil.

Warum Betonblöcke für Silowände funktionieren

Silage drückt seitlich – und zwar erheblich. Eine Silowand muss diesem Druck standhalten, ohne sich zu verschieben. Trocken gestapelte Beton Legosteine tun das über ihr Eigengewicht: Ein 180er Stein wiegt 1.550 kg, bei zwei Reihen stehen über 1,7 Tonnen je laufendem Meter.

Dazu kommen praktische Vorteile im landwirtschaftlichen Alltag:

  • Erweiterbar. Mehr Silomenge heißt: Wand verlängern, nicht neu bauen.
  • Umsetzbar. Ändert sich die Betriebsstruktur, wandern die Steine an einen anderen Platz.
  • Sofort nutzbar. Keine Aushärtezeit – wichtig, wenn der Aufbau kurz vor der Ernte fällig wird.
  • Reparierbar. Ein beschädigter Stein wird getauscht, nicht die Wand saniert.

Was es kostet

Materialkosten für die Wände, ohne Bodenplatte und ohne Fracht:

Wandhöhe Aufbau mit 180er Steinen je lfm
1,20 m 2 Reihen 172,17 €
1,80 m 3 Reihen 258,25 €
2,40 m 4 Reihen 344,33 €

Beispiel: Ein Fahrsilo mit 20 m Länge, zwei Wänden und 1,80 m Höhe braucht rund 40 lfm Wand. Das sind etwa 10.330 € Material – plus Fracht, Bodenplatte und Einbau. Fertigteil-Silowände liegen im Markt deutlich darüber.

Zum Vergleich: Auf einen Sattelzug gehen 15 der 180er Steine. Für die 40 lfm bei 1,80 m brauchen Sie rund 67 Steine, also fünf Fuhren. Die Fracht ist bei diesem Gewicht ein relevanter Posten – wir kalkulieren sie projektbezogen.

Die Bodenplatte ist Pflicht

Hier gibt es keinen Spielraum: Unter einem Fahrsilo gehört eine dichte, befahrbare Betonplatte mit Gefälle. Zwei Gründe:

  1. Silosickersaft ist stark säurehaltig und wassergefährdend. Er muss gefasst und einer Lagerstätte zugeführt werden – das regeln die AwSV und die JGS-Anlagenverordnung.
  2. Die Wand braucht einen tragfähigen, ebenen Untergrund. Auf gewachsenem Boden setzen sich die Steine ungleichmäßig.

Üblich sind 18 bis 20 cm bewehrter Beton mit 2 bis 3 % Gefälle zur Sammelrinne. Die Steine werden auf die fertige Platte gesetzt.

Genehmigung: die wichtigsten Punkte

Ob ein Fahrsilo genehmigungsfrei ist, hängt vom Bundesland, von der Größe und von der Lage ab. Als Orientierung:

  • In mehreren Landesbauordnungen sind Silos bis zu einer bestimmten Größe im Außenbereich verfahrensfrei – die Schwellen unterscheiden sich aber deutlich.
  • Unabhängig davon gilt das Wasserrecht: JGS-Anlagen sind anzeigepflichtig, und die Anforderungen an Dichtheit und Sickersaftfassung gelten immer.
  • In Wasserschutzgebieten gelten verschärfte Auflagen.
  • Die Anzeige bei der unteren Wasserbehörde ist auch dann nötig, wenn baurechtlich nichts zu tun ist.

Kurz: Baurechtlich kommen Sie oft ohne Genehmigung aus, wasserrechtlich fast nie ohne Anzeige. Klären Sie das vor dem Bau mit dem Landratsamt – nachträgliche Auflagen sind teuer.

Aufbau in der Praxis

  1. Bodenplatte herstellen, Gefälle und Sammelrinne einplanen.
  2. Erste Reihe exakt ausrichten. Sie bestimmt die Flucht der gesamten Wand.
  3. Weitere Reihen im Verband setzen, also versetzt – nicht Stoß auf Stoß.
  4. Abschlusssteine oben verwenden, wenn die Wand befahren oder abgedeckt wird. Die glatte Oberfläche ohne Noppen verhindert, dass die Silofolie beschädigt wird.
  5. Wandinnenseite glätten oder mit Folie auskleiden, damit die Silage sauber verdichtet werden kann.

Für das Setzen brauchen Sie Gerät: Ab 1.000 kg pro Stein kann ein Spediteur nicht mehr selbst abladen – Radlader, Bagger oder Teleskoplader müssen vor Ort sein. Die Steine haben dafür einen Abhebeanker RD 16 eingebaut.

Auch für andere Lagerflächen

Dasselbe Prinzip funktioniert für Mistplatten, Hackschnitzellager, Getreide-Zwischenlager und Schüttgutboxen. Mehr dazu im Beitrag Schüttgutboxen aus Betonblöcken.

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